#14 Integrität als Pionierin - im Gespräch mit Verena König
Shownotes
Wie ist es, in der Öffentlichkeit für ein wertvolles Anliegen zu stehen in dem Wissen, dass der eigene Inhalte verdreht und man selbst wahlweise glorifiziert oder abgewertet werden kann? "Wenn man Vorschusslorbeeren bekommt ist die Fallhöhe tief" - ein Satz, den Verena in diesem Gespräch so treffend verwendet. Für mich war es ein Anliegen, die so bekannte Traumaexpertin als Mensch zu fragen: wie geht es dir persönlich mit deiner Arbeit in der Öffentlichkeit? Danke Verena für deine persönlichen Einblicke in deine Herausforderungen als Pionierin und darüber hinaus für die Betrachtung der Themen Trauma als Trend, ADHS und deine Inbrunst für dein Thema Traumasensibilität! Podcast - Herzensempfehlung!
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Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen in meiner Dörde bei Podcast.
00:00:03: Mein Name ist Marietta Ullmann und in meiner Arbeit dreht sich alles so rund um die Kraft der Femininen-Dürde, heute habe ich eine ganz würdestarke Pionierin zu Gast nämlich Berina König!
00:00:14: Ich glaube alle die mein Podcast hören kennen Berina König.
00:00:17: sie ist Trauma Expertin und eine Pionierenen der Aufklärung Deutschsprachigen Raum und um das Thema Trauma.
00:00:24: Wir haben heute ein Gespräch geführt.
00:00:26: Für das bin ich sehr dankbar, denn Verena hat auch Einblicke gegeben was es für sie bedeutet mittlerweile so stark in der Erschwindigkeit zu stehen.
00:00:34: und auch über die Schatten haben wir gesprochen, die diese große Reichweite mit sich bringt bzw nicht die Schatten sondern die Herausforderung.
00:00:42: Es ist ein ehrlich echtes Gespräch.
00:00:45: Ich habe mich sehr gefreut.
00:00:46: Danke liebe Verena dass du bei mir zu Gast bist Und jetzt viel Freude mit diesem Podcast.
00:00:58: Herzlich Willkommen Liebe Verena.
00:01:00: Ich freue mich richtig doll, dass du heute da bist.
00:01:03: Und ich habe ja eben schon gesagt – ich glaube nicht, dass es hier irgendjemanden gibt, der dich nicht kennt!
00:01:09: Aber magst du dich vielleicht noch mal an deinen eigenen Worten zu Beginn vorstellen?
00:01:13: Ja bitte, was ist dein Anliegen?
00:01:17: Was ist dein Hürden?
00:01:17: Sehr gerne.
00:01:19: Ja schön.
00:01:19: Erstmal danke für die Einladung, Ilbe Marietta.
00:01:23: Ich glaube nicht, dass mich alle kennen.
00:01:24: Und wenn dann freu ich mich natürlich sehr.
00:01:27: und trotzdem hier die kleine Vorstellung... Ich bin Verena König!
00:01:30: Ich bin Traumotherapeutin auf dem Heilpraktiker-Fahrt sozusagen.
00:01:35: Also meine Heilzulassung ist eine Heilpaktiker für Psychotherapie, Lizenz und ich bin seit fünfzehn Jahren auf Traumotherapie spezialisiert, seit ungefähr zwanzig Jahren in eigener Praxis tätig Und ich arbeite mit Einzelnen und Paaren seit vielen Jahren, jetzt seit einigen Jahren etwas eingeschränkter weil ich vor allem in der Weiterbildung tätig bin.
00:01:58: Und damit auch meinem Anliegen vollgetrauma Wissen in die Welt zu bringen um niedrigschwellig Menschen zu ermöglichen mit Wissen auf einen Weg zu gelangen, der ihnen wenn sie betroffen sind helfen kann also dass sie die entsprechende richtige Unterstützung finden können.
00:02:15: Ich habe einen Podcast mit jetzt über vierhundert Folgen, hier mich über die Trauma folgen und traurige Dynamiken aufkläre.
00:02:23: Und hab zwei Bücher geschrieben und bin also ganz in der Mission Trauma-Wissen zu verteilen um damit die Welt vielleicht ein bisschen besser zu machen.
00:02:36: Danke!
00:02:37: Der Podcast ist tatsächlich der Moment wo ich auf dich aufmerksam geworden bin?
00:02:41: Ich glaube ich war bei Folge zehn oder so dabei.
00:02:43: Also ganz früh... Jetzt ist es so, wie ist das für dich von Folgezehn Podcast bis heute?
00:02:51: Wo der Name Marina König für sehr viel steht.
00:02:57: Also Menschen suchen deine Meinung, Menschen schätzen deine Meinung!
00:03:01: Wie ist es für dich persönlich dieser Weg?
00:03:06: Ja... Ach, das ist eine riesige Reise.
00:03:09: Es sind jetzt ungefähr fünf Jahre und der Weg von der Therapeutin und Weiterbildnerinnen in der Praxis- und eigenen Akademie mit kleinen Gruppen hin zu der Person, die oft vorgestellt wird als die bekannteste Traumatherapeutin in Deutschland oder die bekanntesteste Stimme zu Trauma.
00:03:33: Das ist natürlich eine krasse Entwicklung und eine, auf dem Reißbrett so entworfen habe.
00:03:39: Also ich hatte nicht den Businessplan aus der Praxis in jetzt diese Position zu gelangen, sondern mein... Ich bin meinem Anliegen gefolgt, Traumavissen zugänglich zu machen und dementsprechend hab' ich oft viele Lernkungen gehabt also von dem Weg Selbstständigkeit als Golo-Selbstständige hin zu einer Unternehmerin, die dann eben auch ein Unternehmen führt mit viel Verantwortung für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.
00:04:08: Und eben auch zu dieser Stimme, die viele Menschen beim Einschlafen hören oder in Lebenskrisen hören und die Vertrauen empfinden mir gegenüber, den ich teilweise glorifizieren oder auch sonstiges auf mich projizieren das ist für mich vielschichtig!
00:04:28: Das ist eine große Aufgabe mit der Position und mit der Beantwortung umzugehen.
00:04:33: Und das beschäftigt mich auch sehr, also das mache ich sehr bewusst und versuche dem gerecht zu werden und vor allem eben dem Anliegen nachzukommen und gerecht so werden Gutes zu bewirken und nicht irgendwelche Dinge aufzumachen oder Wege zu weisen die ins Verderben führen können.
00:04:55: Ja ja Ich finde es so spannend, dass du das ja nicht geplant hast.
00:05:00: Das ist ja nicht, dass Du damit angefangen hast und wusstest wo du am Ende stehst?
00:05:05: Und ich kann das sehr gut nachvollziehen.
00:05:09: plötzlich bist du Unternehmerin, plötzlich musst du dich mit Fragen auseinandersetzen die ja gar nicht dein konkretes Anliegen waren bei vollgezählen Podcasts.
00:05:16: Und das ist halt...ich finde du machst das auf eine Weise für die dich viele Menschen wertschätzen glaube ich weil der Man sieht ja die Integrität an, beziehungsweise den Anspruch an Integrität.
00:05:27: Und trotzdem ist es doch bestimmt nicht immer leicht in einer Online-Welt, die immer mehr Beschleunigung hat dabei zu bleiben?
00:05:37: Wie gelingt dir da diese Menschlichkeit und Integrität zu wahren wo man doch rechts und links jeden Tag abbiegen könnte in einen... Ach komm Verena mach mal hier, komm.
00:05:47: aber wie gelingt ihr das da auf dein Bauchgefühl oder auf deinen Ja, aus was auch immer zu hören.
00:05:55: Ob das hörst du da?
00:05:57: Also ich habe schon eine sehr klare Ausrichtung und die ist auch gekoppelt und geknüpft an ganz klare Werte sodass einfach auch gewisse Dinge nicht in Frage kommen.
00:06:07: Also ich hatte schon an manchen Stellen Entscheidungen getroffen, wo ich dachte, ich habe lang drüber nachgedacht und weiß jetzt nicht ob es richtig war zum Beispiel auf gewisse Bühnen zu gehen um dort etwas zu teilen.
00:06:20: Und das finde ich die schwierigen Momente, wo es darum gibt abzuwiegen oder abzuwägen.
00:06:27: Ist es gut, auf einer solchen Bühne zu sein um Menschen zu erreichen die wirklich auch profitieren können von dem Wissen?
00:06:33: Oder ist es kritisch weil ich dann assoziiert werde mit gewissen Themenfeldern oder Vereinigungen oder Menschen.
00:06:43: Also das ist die Frage in welchen spirituellen Räumen zeige ich mich?
00:06:47: in welche vielleicht religiösen Räume zeige Ich mich?
00:06:51: und das sind Abwägungen die ich versuche ganz bewusst zu treffen Und wo es aber manchmal echt nicht umreißen ist.
00:06:59: Es ist manchmal nicht ganz klar, vorher rauszufinden und wir bekommen so viele Anfragen und in meinem Team wird viel vorgefiltert.
00:07:06: Aber man freut sich natürlich erst mal wenn ein Radiosender aus der Schweiz anfragt beispielsweise und würde gerne direkt mal sagen, klar mache ich damit aber dann muss erstmal recherchiert werden.
00:07:17: Was sind das für Leute die den machen?
00:07:20: Welche Werte vertreten die?
00:07:21: Und wenn dann zum Beispiel rauskommt dass da Diversität eher als Problem gesehen wird und dass da irgendwie Homophobie- und Transfeindlichkeit herrschen, dann sage ich das natürlich ab und bin froh wenn ich es vorher gescheit recherchirt habe oder mein Team das für mich übernommen hat.
00:07:38: Also ich folge da nicht nur einem Bauchgefühl, sondern es ist Arbeit.
00:07:43: Das sorgfällt dich zu differenzieren und zu recherchieren.
00:07:46: Und das ist auch manchmal schwierig im Nachhinein.
00:07:49: also es gibt schon gewisse Videos wo ich im nachhineinen denke eigentlich... Also ich würde auf keinen Fall nochmal zusagen oder wieder hingehen und dementsprechend muss sich dann immer wieder hoffen dass Menschen die meine Arbeit und mich betrachten, dass die das dann auch differenzirren können dass selbst wenn ich mal irgendwann da oder dort auftauche, ich meine Werte trotzdem verkörpere und ihnen Folge so gut es nur irgendwie geht.
00:08:18: Ich finde das richtig schön, dass du das sagst!
00:08:19: Ich glaube, das ist für viele Menschen auch wichtig zu hören weil... ...ich kenne das, wenn natürlich nicht in dem Stil, wie du aber, dass ich im Nachhinein manchmal denke, sich die eben um Vorgespräch gesagt habe okay dann schneide ich den einen Satz im Podcast mit Dami Scharf raus fühlt sich alles nicht mehr entgegen an is am Ende so... Wie man's macht?
00:08:38: Es ist einmal online und das ist ja ein Unterschied zu, sag ich mal der normalen Welt wo man anders Dinge richtig stellen kann.
00:08:46: Weil wenn ich einen Satz gesagt habe, sage ich mal an einer oder beispielsweise war in einem spirituellen Setting wo ich im Nachhinein gehöre da gehe ich nicht mehr hin.
00:08:55: dann wurde ich nicht gefilmt und Menschen denken oh sie waren dort bei dieser Kakao-Zeremonie die gehört bestimmt dazu.
00:09:01: es ist sage ich Mal vorbei aber das ist online nicht!
00:09:05: Das steht dann plötzlich auf YouTube Und Menschen könnten theoretisch noch nach fünf Jahren das sehen und sagen, hat die Verena König?
00:09:12: Das und das
00:09:13: vielleicht doch.
00:09:15: Ich finde es spannend, weil wir sind ja nicht damit aufgewachsen, dass Dinge fünf Jahre lang archiviert werden, die wir gemacht haben.
00:09:23: Also jedenfalls nicht in der Form.
00:09:25: Ja, und dass man damit dann identifiziert wird.
00:09:28: Das ist ja das Schwierige ... In einer Position, ich glaube egal im Grunde in welcher Form von Öffentlichkeit.
00:09:36: Wenn man in einer Öffentlich- keit steht dann wird ja sehr viel Hypothetisiert Es wird ganz viel projiziert und es wird immer auch eine eigene Assoziation gemacht Ganz unberußt also Menschen kriegen Bröckchen Und assazieren.
00:09:51: das erinnert mich an und deswegen ist sie wahrscheinlich so oder eher wahrscheinlich dass oder jenes gemacht.
00:09:56: Dann ist man entweder schnell beim Vorverurteilen weil halt einfach Einfach vor Urteile aktiviert werden oder vor Eingenommenheiten.
00:10:04: Oder Leute geben einem in irgendeiner Weise Vorschusslohren, die auch wieder ungerechtfertigt sind und wo man dann unglaublich Fallhöhe hat.
00:10:14: Und vielleicht Menschen sich sehr enttäuscht fühlen und man hat selbst überhaupt nichts dazu beigetragen, außer dass man sichtbar war oder ist in gewissen Kontexten.
00:10:25: Und versucht ein integres und schlüssiges und koherentes Bild einen selbst zu verkörpern was man auch is'.
00:10:33: Ja, also das ist schon eine Herausforderung und ich meine es sehen wir ja auch dass das Medien so verwenden.
00:10:39: Und dass einfach auch des Clickbaiting ein Riesenthema ist.
00:10:42: und alles was ein bisschen kontrovers oder was ein bischen populistisch klingt wird besonders gerne genommen.
00:10:50: In meinem Falle ist es so ganz oft, wenn sie mich noch nicht kennen einfach mal direkt in den Kommentarspalte kacken, dass es ja unglaublich ist, dass ich Heilpraktikerin und deswegen überhaupt gefragt werde.
00:11:02: Also das das gar nicht möglich ist jemandem als Heilpaktiker zu befragen.
00:11:07: Ja also Vorurteile sind einfach lassen sich hervorragend initiieren und inszenieren in medialen Kontexten, in unpersönlichen Kontexte und man is dem ein Stück weit glaube ich gegenüber machtlos.
00:11:23: Aber was man tun kann, ist halt eben konsequent kontinuierlich unverdrießlich dabei zu bleiben.
00:11:29: Immer weiter so integer wie möglich zu verkörpern, wer man is und wofür man steht.
00:11:34: Warum?
00:11:36: Spannend!
00:11:37: Ich werd immer angerissen warum arbeitest du mit Erwachsenen?
00:11:39: weil ich komme aus der Pädagogik.
00:11:41: Ich hab eigentlich Verhaltensstörungen und so studiert und da wird auch mal gehen deine Schule für die Behaltensgestörten also sowas landet bei mir auf.
00:11:48: Geh in deine Schule für die Verhaltensgestellte.
00:11:51: Das ist ja auch äußerst empathisch und nett.
00:11:53: Sehr
00:11:54: nett, aber weißt du?
00:11:55: Ich finde es spannend weil du gesagt hast diese Vorschusslohe werden.
00:12:04: Du bist ja nicht ohne Grund erfolgreich geworden denn du vermittelst ja nicht nur Trauma-Witzen sondern du vermittelst das.
00:12:11: D.h.,
00:12:11: die persönliche Note ist ja schön!
00:12:14: Es macht, wir können Chat-GPT fragen.
00:12:16: Wir können online alles googeln.
00:12:17: aber das ist eben durch dich so in die breite Masse fließt und du sagst es ja auch noch so schön niedrigschwärmig nicht auf einem Niveau von.
00:12:26: ich verstehe gar nicht was du hier eigentlich mein.
00:12:29: Das ist ja auch das Schöne dass du's persönlich machst, dass deine Persönlichkeit reinkommt Und der Schatten ist eben.
00:12:35: man könnte assoziieren Verena König wird glorifiziert wie du es gerade gesagt hast ohne dass du überhaupt das beabsichtigt hast.
00:12:45: Ich vermute, dass das automatisch auch passiert.
00:12:49: Wenn ich durch dich auf Traume aufmerksam werde, wenn ich mir vorstelle okay die Verena spricht etwas, ich schlafe mit ihrer Stimme ein.
00:12:56: Was du gerade beschrieben hast dann passiert ja automatisch, dass Verena König einen besonderen Mensch im Leben eines anderen Menschen ist.
00:13:05: Was glaubst du?
00:13:06: wie kann die Abnabelung irgendwann gelingen?
00:13:09: Wie kann es gelingen, dass man einen Übergang schafft von Ich mag es wie Verena König, oder ich nehme dich jetzt was.
00:13:17: Kann man genauso mit Dani Schaf machen?
00:13:18: Das kann man genau so mit anderen Pionierenden machen.
00:13:21: aber ein... Es gilt ja einen Umgang zu lernen damit.
00:13:26: vor zehn Jahren hatten wir das noch nicht dass also ich bin mich mit Podcast auf die Yogamatte gegangen.
00:13:31: mittlerweile bist du auch Teil meiner Yoga-Mattenpraxis So ich höre auf Verena König und Du kennst die Leute nicht!
00:13:38: Was glaubst du?
00:13:40: Was kann da gut tun um nicht für die, sag ich mal.
00:13:44: Für die, die dein Podcast hören da rein zu rutschen in diese Glorifizierung?
00:13:50: Also erstens glaube ich, dass man da als Person, die etwas gibt sozusagen im Grunde quasi nix machen kann.
00:14:00: also sofern man sich integer und korrekt verhält und es gibt ja nichts ja sozusagen Öffentlichkeit und mein öffentlich zugänglichen Infomaterialien, wo ich in irgendeiner Weise eine Abhängigkeit oder sowas suggeriere.
00:14:16: Oder dazu einlade.
00:14:18: Aber das was Menschen oft einfach bemerken ist dass sie so etwas wie eine Art von Sicherheit entdecken.
00:14:27: Also
00:14:28: in dem was Sie hören mit der Art und Weise wie ich es vermitteln Und viele andere auch da wird sowas im Nervensystem und in der eigenen Erlebensebene aktiviert, was sich anfühlt wie ich werde gesehen.
00:14:39: Ich werde wahrgenommen jemand versteht.
00:14:42: Ich bin nicht allein und das wird automatisch als persönlich empfunden genauso wie manche Leute dann auch ein ChatGPT als persönlich wahrnehmen.
00:14:51: Und die reden ja auch.
00:14:52: also oder die Tive KI auch mein Bauchgefühl sagt mir, wo ich denke, ah ja zwischen dem Bauch gefühlt ist.
00:15:05: Also es passiert automatisch, das ist eine menschliche normale Reaktionsweise.
00:15:10: Eine Art Resonanz erleben und die Beobachtung, die ich mache ist dass Menschen wenn sie nicht ganz stark auch in einem Therapie bedarf eigentlich sind und wirklich ein Gegenüber bräuchten, dass sie von selbst aus dieser Empfindung von Sicherheit, selbst wenn sie dann in mich projizieren.
00:15:29: Ich bin immer gut drauf und ich bin immer so warm und so herzlich und nichts kann mich irgendwie beeinträchtigen oder was auch immer Sie projiziert, dass Sie im Laufe der Zeit – auch wenn Sie länger zuhören und die Inhalte auch in sich bewegen – das sich relativiert?
00:15:45: Also es ist eine normale Prozesse sozusagen durchschreitet.
00:15:50: Manchmal ist zuerst so ein Art Entlastendes Gefühl von Ankommen und manchmal dann auch eine Art Glorifizierung, also so eine Art Überbelichtung.
00:16:03: Also da werden alles Schatten die möglicherweise und selbstverständlich auch bei mir sichtbar sein könnten, die werden einfach ausgeblendet Und mit der Zeit kommt dann manchmal auch so was wie, ah hier da fühle ich mich jetzt nicht gesehen oder hier bin ich jetzt gerade irgendwie fast empört.
00:16:20: Also es gibt dann oft auch Nachholprozesse entwicklungstechnisch und irgendwann relativiert sich's und wird glaube ich einfach okay sozusagen, sodass man davon profitieren kann oder sich fühlt wie eine Freundin im Beiste ohne dass man sich kennt.
00:16:37: Da gibts ganz viele Möglichkeiten Und was ich oft bemerke ist, wenn ich Menschen begegne.
00:16:43: Also wenn Menschen mich auf der Straße sehen oder wenn sie mich irgendwo auf einer Veranstaltung sehen dass sie dann oft sagen Ich bin total beeindruckt das du in echt so bist wie in deinen audios oder videos.
00:16:57: Das finde ich.
00:16:58: es tut mir so gut zu sehen dass du echt so bist und das finde ich dann schön und find's auch bemerkenswert dass das ja das ist eine positive Bestätigung da noch mal gibt.
00:17:10: Ja, das hab ich neulich auch gehört.
00:17:13: Ich glaube auch davon lebt deine Art über Traumavitzen aufzuklären da.
00:17:20: Weil es echte und weil der Bedarf in echtem ja extrem steigt?
00:17:26: Ich würde gerne noch mal ... Du hast es grad so beschrieben, diese Lortifizierung.
00:17:31: Und es ist ja quasi... Der Podcast ist ja wie ... Also sieh keine Therapie
00:17:37: aber
00:17:37: er kann auch therapeutisch wirken wenn Menschen zum ersten Mal sich verstanden können.
00:17:41: Nur ist ja der Unterschied, wenn du einen hast, ich habe vorhin schon gesagt, früher hast du kleinen Gruppen gemacht, da hast du ein Therapie-Setting, neunzig Minuten und danach ist es zu Ende.
00:17:50: Und das ist ja online plötzlich anders!
00:17:52: Das ist ja plötzlich immer zugänglich, immer da... ...und gab es auch Momente wo dich das unter Druck gesetzt hat?
00:18:02: Diese Erwartungshaltung an
00:18:04: dich?!
00:18:05: Du meinst jetzt die... sozusagen in den vereinzelten Folgen oder in diesen Öffentlichkeitsarbeitsbereichen?
00:18:12: Ja,
00:18:12: und man gibt es ja kein Zurück mehr.
00:18:14: Also sozusagen dass du jetzt so eine öffentliche Präsenz hast, das man nicht sagen kann... Ich bin jetzt mal ein Schutteljahr unbekannt.
00:18:25: Das geht nicht mehr.
00:18:26: Menschen erkennen dich!
00:18:28: Ja, stimmt.
00:18:34: Es gibt schon so eine Art Druck Der aber eher, der kommt nicht von außen.
00:18:41: Kommt nicht von den Menschen sondern das ist dieses ganz klare Bewusstsein was für eine Verantwortung ich trage.
00:18:49: also Ich bin natürlich nicht für die anderen Menschen verantwortlich.
00:18:52: Bin ich dafür verantwortliche Was sie in ihrem Leben tun oder wie Sie meine Aussagen interpretieren?
00:18:58: Aber ich bin dafür verantwortlich wissenschaftlich sauber nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln keine leichtfertigen Sachen zu sagen, nichts zu behaupten was ich nicht wirklich weiß.
00:19:10: Ganz klar unterschiedlich kenntlich zu machen was ist meine Meinung und was es ein Fakt beispielsweise.
00:19:18: also ich bin schon... Ich habe dann einen hohen Anspruch an mich genau zu sein und eben darauf zu achten dass sich nichts raus... gebe, was vielleicht irgendwie jemanden gefährden könnte.
00:19:31: Aber das war im Einzel-Setting auch so, dass ich genau den gleichen Druck gespürt habe.
00:19:35: Dass ich mir immer klar war, wann ich in Supervision muss und wenn ich wieder eine Art Weiterbildung muss weil Themen einfach deutlicher werden.
00:19:43: Das ist im Grunde die gleiche Ebene aus der dieser Druck kommt oder aus der der Anspruch kommt glaube ich, eine Eigenart von mir.
00:19:52: Weil es gibt sehr viele Menschen die ähnlich viel Verantwortung tragen und die das wesentlich lockerer sehen was manchmal gut geht und manchmal aber auch leider daneben gehen kann.
00:20:03: Und ich warte eher noch drei Jahre bevor ich ein neues Format rausbringe, bevor ich sage da habe ich Bock drauf, das mache ich jetzt sondern ich will dann genug Erfahrung haben, genug Wissen haben, das genügend geprüft haben.
00:20:16: Da sehe ich manchmal schon links und rechts wie Leute mit viel, viel weniger beispielsweise Erfahrungen sich Dinge trauen.
00:20:22: Wo ich denke da ist nicht im Hinterkopf und auch nicht im Vordergrund bewusst was sie tun können wenn etwas schief geht nämlich sau wenig.
00:20:31: wir können wenn wir online arbeiten ganz wenig machen.
00:20:36: also man kann sehr wenig auffangen sehr wenig korrigulieren wenn man irgendwie ein Format sich ausdenkt wo ein paar hundert Leute sitzen und dreißig von denen decompensieren weil man total unachtsam oder kritische Sachen veranstaltet.
00:20:52: Genau, also die Verantwortung, die ich da spüre kommt eben auch aus zwanzig Jahren Praxiserfahrung und zwanzigeren Erfahrungen, in denen ich schon viele sehr dysregulierte Menschen begleitet habe und weiß wie was man braucht damit man das kann an Wissen und an Erfahrung und wie schwer es sein kann ja und auch wie schlechtes Leuten gehen kann wenn etwas nicht gut läuft.
00:21:15: Das ist mir schon bewusst und auch die Grenze ist mir bewusst, dass ich nicht alles verhindern kann.
00:21:21: Und das es auch nicht darum geht deswegen kein Klartext zu sprechen oder so.
00:21:25: aber es ist trotzdem so, dass man einiges machen kann um möglichst sicher zu arbeiten.
00:21:32: Das ist spannend!
00:21:33: Es gibt ja auch sag' ich mal du hast es vorhin angesprochen Spiritualität.
00:21:40: Ich weiß jetzt glaube ich von einer Bühne der religiöse Bühnen oder so gesprochen.
00:21:46: Wie ist das für dich?
00:21:47: Es gibt ja auch eine Richtung, dass man sagt okay Traumasensibilität.
00:21:51: Trauma sitzen wird so gerade, würde ich mal sagen und spirituell in Kontexte sowas.
00:21:55: Was sind denn meine Lüber und was ist nicht?
00:21:58: Und man merkt schon in der Stimme, die stimmt was gar nicht aber... Das finde ich, also ich habe das tatsächlich erlebt, dass mich in so einem Kreis sah und dann haben sich Menschen sogar auf Dich gezogen.
00:22:14: Ich hab Wut gemerkt, aber damals als ich das erlebt habe ... Also, ich hätte am liebsten schreien können so Hallo.
00:22:23: Können wir bitte alle mal kurz den Stock aus dem Arsch nehmen?
00:22:26: Aber... Das ist ja eben die Frage, Traumasensibilität auf der einen Seite Die Achtenamkeit gerade in online Rollen wie du es gesagt hast Auf der anderen Seite Ist ja nicht immer Licht und Liebe, Trauma Sensibilität.
00:22:42: Wie geht es dir damit, dass das eben aufzunehmend beziehungsweise nicht?
00:22:46: Ich weiß nicht ob es zunehmendes ist.
00:22:47: Vielleicht nur meine Wahrnehmung.
00:22:49: Das zunehnt auch diese Lichtunliebe in eine Dynamik, wo man sagen kann... Es ist mehr wie so eine Art fast schon passive Aggressionen in diesen Nichts.
00:23:04: Wie geht's dir damit?
00:23:06: Also ich bin ja so ungefähr zwanzig Jahre im Geschäft und habe sehr, sehr viel auch in meiner Jugend.
00:23:12: Und mein Spiel in zwanzigeren sehr viel mich mit Spiritualität beschäftigt und ganz viele meiner Klientinnen und Klienten waren uns sind sehr spirituell verankert.
00:23:22: Und ich also über die Jahre ist das einfach schon längst vorher symptomatisch dass in allen möglichen Gruppierungen oder in allen Möglichen sagen wir mal übergeordneten Ausrichtungen oder Kulturen, wie auch immer.
00:23:38: Dinge instrumentalisiert werden so wie sie in das jeweilige System passen.
00:23:43: und wenn jetzt ein Traumakonzept in ein spirituelles Konzept passen soll oder darin instrumentalisiert wird dann natürlich unter dem Deckmantel eingekleidet.
00:23:54: Und dann wird Traumasensibilität, die wir gerne noch mal definieren können.
00:23:59: Das wäre mir ganz recht übrigens weil ich finde es sehr wichtig zu unterscheiden zwischen einem Begriff und der Verwendung eines Begriffs, also der Bedeutung eines begriffes und seiner Verwendungen.
00:24:11: Dinge werden einfach instrumentalisiert.
00:24:14: Nächsten Liebe wird instrumentalisiert um Menschen zu manipulieren.
00:24:18: Schuldgefühle oder die Veranlagung zu Scham gefühlen wird, instrumentalisiert, um Menschen stumm und stillzuhalten.
00:24:25: Es gibt Erziehungstechniken und es gibt Brainwash-Techniken Und alles Mögliche kann man.
00:24:34: Darin kann man Trauma und das Wissen über Trauma natürlich einbauen und dementsprechend instrumentalisieren.
00:24:40: Und das finde ich wahnsinnig wichtig.
00:24:42: zu differenzieren, es ist nicht so dass hier etwas falsch verstanden wird sondern es wird instrumentalisiert oft unbewusst Aber es ist nicht falsch verstanden.
00:24:53: Es wird oft sogar richtig formuliert und mit Wumms oder Selbstbewusstsein vertreten, aber in einem Kontext wo es instrumentalisiert wird – das ist ein ganz großer Unterschied!
00:25:04: Und deswegen finde ich es auch nicht hilfreich, Worte zu verwerfen.
00:25:08: Das ist der Sieg derjenigen die instrumentalisieren.
00:25:16: Beispielhaft dafür, dass wir sagen ich nenne mich nicht mehr Feministin oder ich hasse das Wort Feminismus.
00:25:23: Weil sich irgendwie Elon Musk Feminis genannt hat weil er kein Gender Pay Gap macht oder was weiß ich nur um mal irgendeinen Beispiel zu kreieren?
00:25:32: Was machen wir?
00:25:34: Wir geben Begriffe und damit Werte und etwas was wir kultivieren wollen für verloren.
00:25:40: Wir schmeißen es in die Binsen.
00:25:42: Wir geben es auf, statt dass wir dafür stehen was das eigentlich bedeutet und was es ursprünglich bedeutet und wie es sich entwickeln möchte.
00:25:50: Und deswegen finde ich auch schade um darauf kurz mich zu beziehen du hast dich vorhin auch drauf bezogen wenn wir als diejenigen die dafür stehende Kultur zu kreieren und Menschen etwas Hilfreiches zu geben wenn wir uns davon entnerven lassen wenn es uns rauswirft aus unserer Klarheit, wofür auch Begriffe eigentlich stehen.
00:26:14: Also das ist... Ich kämpfe lieber für den Wahnsinn eines Begriffes als dass ich ihn anfange zu hassen.
00:26:21: Ja.
00:26:23: Ja?
00:26:24: Das ist interessant!
00:26:25: Weil vor zwei Wochen habe ich mit Damit Schafer eh nicht geredet und ich hab übrigens auch schon nicht gefragt ob ich euch bald... Ich hab Dami schon gefragt wie meinte sie könnte sich auch einen genau einen Austausch über dieses Wort pro Dritt vorstellen.
00:26:37: Vielleicht können wir das noch mal fortsetzen.
00:26:39: Du kämpfst lieber für das Wort Traumasensivität,
00:26:43: bzw.,
00:26:46: also du würdest es weiter verwenden bis dir aber bewusst, dass es eben auch instrumentalisiert wird?
00:26:51: Ich finde es spannend weil ich zum Beispiel auch eine ich persönlich merke wenn ich irgendwo sehe weiß ich nicht spirituelle Osteopathie Wird ich vorsichtig?
00:27:02: Ich bemerke es an mir.
00:27:04: Das war vor zwanzig Jahren nicht so, da hab' ich gedacht, oh schön!
00:27:07: Hier man mit einem ganz fälligen Ansatz.
00:27:09: heute ist das eher ein... mal gucken und ähnlich geht's mir und ich weiß, es geht einig auch mit dem Worttraumersensibel.
00:27:19: Ja klar und mit ADHS und mit Neurodivergenz.
00:27:24: Jetzt ist es der Hype.
00:27:25: in drei Jahren sage ich dir sind alle von dem Wort genervt darüber geklagt, dass es nicht differenziert genug verwendet wird.
00:27:31: Das ist eine normale Evolution in unserer Zeit mit Social Media wo Komplexität immer massiv reduziert wird, wo Leute sich Experten nennen ohne dass sie Expertise haben.
00:27:42: das ist einfach ein Symptom und ich weiß nicht die Lösung dafür kann glaube ich nicht sein immer neue Begriffe zu erfinden.
00:27:49: Also lieber brauchen wir Definition, Schärfung und Klarheit.
00:27:53: Und die Definition von Traumasensibel, die in meiner Ausbildung steht, die im Podcast verwendet wird ist eine ganz klare, die auch aus den USA übernommen wurde.
00:28:02: Traumasynsibel bedeutet in meinem Kontext Trauma Wissen zu haben, Trauma erkennen zu können mit Trauma umgehen zu können und Retraumatisierung verhindern zu können.
00:28:13: So, und an der Definition da kann man nichts verwässern.
00:28:17: Das kann man nicht instrumentalisieren in dem Sinne dass man sagt das heißt also wir laufen nur auf Eierschalen.
00:28:24: Wir dürfen keinen Klartext reden oder müssen so übermäßig achtsam sein, dass wir nicht sagen nein, es überschreitet eine Grenze.
00:28:33: Da ist die Instrumentalisierung ganz weit gedient bzw.
00:28:36: da fehlt einfach eine Definition Im Hinterkopf bei den Menschen, die das Wort inzwischen als problematisch begreifen.
00:28:44: Weil sie nur Assoziationen haben.
00:28:46: damit aber keine Definition dafür?
00:28:49: Ja!
00:28:52: Die Frage ist natürlich wenn ich mir sage Retraumatisierung vermeiden beziehungsweise verhindern wie weit kann es gehen?
00:29:01: also wenn ich mich jetzt vorstelle Ich rede jetzt mal von diesen Licht und Wiebekreis an dem ich war Und da ist der Ansatz verhindern, retraumatisieren und den wir sozusagen alle immer freundlich sind.
00:29:14: Wir vermeiden jegliche Emotionen die in Richtung gut geht oder ich bin jetzt hier mal nicht nur Lichtung, sondern ich habe vielleicht auch Fehler, wie ich hier erkennbar mache.
00:29:32: das wird ja dann umgedeutet.
00:29:35: Ja, das ist einfach eine Rehenszenierung wiederum von Trauma.
00:29:39: Also Vermeidung ist ein klassisches Symptom der Traumatisierung, der Trauma-Folge.
00:29:45: Das gehört zur Traumatrias.
00:29:47: Ja, Vermeiden ist ein Traumasymptom und wenn wir Traumasensibilität, also an deinem Beispiel jetzt Retraumatisierung zu vermeiden oder zu verhindern.
00:29:56: Verwechseln mit immer freundlich sein und Gefühle vermeiden – dann hat es überhaupt nichts damit zu tun, Retraumatasierung zu verhindern oder zu vermeidern, weil das genau auch retraumatisierend sein kann wenn keine Gefühlen Platz haben, wenn der eigene Ausdruck gedeckelt wird.
00:30:10: Ja?
00:30:10: Es ist so richtig einfach nur total falsch verstanden!
00:30:14: Schön dass du sagst.
00:30:16: Ja, Retramatisierung verhindert bedeutet in dem Kontext Das Wort ist traumasensibel, dass wir nichts machen was eine Retraumatisierung fördert und das wenn etwas in die Richtung läuft.
00:30:27: Wir darauf reagieren und da korrigulierend eingreifen.
00:30:31: Und wir können uns da vielleicht auch nochmal bewusstmachen, dass Traumasensibilität könnte man auch so ganz einfach zusammenfassen, Ein sicheres gegenüber zu sein, ein sicherer Mensch zu sein der möglichst reguliert ist in seinem eigenen Inneren und dadurch einfach möglichst wenig Schaden anfügt und sich gut abgrenzen kann gegenüber Schaden der ihm zugefügt werden könnte.
00:30:55: Ja?
00:30:55: Und dann geht es nicht darum immer freundlich zu sein sondern dann geht das darum in einem möglichst regulierten Zustand einen Menschen zu sein mit seinen Gefühlen, mit seiner Meinung, seine Haltung, seinen Grenzen, seinen Bedürfnissen.
00:31:10: Und das ist die Geschichte und es geht.
00:31:13: Ja,
00:31:15: danke, dass du das nochmal so zusammenfassst.
00:31:19: Ich denke, dass das wichtig ist gerade wenn Dinge zum Trend wären.
00:31:23: ich erinnere mich, wir haben über ADHS im Studium gesprochen.
00:31:27: also gut ich hab's nur die Diagnostik von Kindern nicht von Erwachsenen Es ist ja... Also ich fand das Anfang zum Beispiel sehr schön, dass immer populärer wird als Menschen sich mit ADHS beschäftigen und jetzt erlebe ich auch Oh!
00:31:44: Es
00:31:45: geht in eine Richtung, da stellen sich mir auch die nacken Haare auf.
00:31:52: Das heißt also wenn Dinge zum Trend werden und online können wir gerade sehr schnell Dinge zum Trend machen ist es einfach wichtig dass wir immer wieder zurückkehren zu dieser.
00:32:04: du hast das vorhin glaube ich Differenziertheit betrachtet?
00:32:06: Ich weiß ja aus irgendeinem Wort verwendet, das fand ich schön Und das finde ich eigentlich auch die Einladung daran, weil ich fände es so irreschade.
00:32:13: Wenn auch das Wissen und Trauma- und Nervensystem gerade so verbessert wird, dass es ja auch noch in Kontexte wandert wo man eigentlich denkt ah was soll das da?
00:32:24: Also mich macht es manchmal sehr traurig und ich find es schöner zu gesagt als ich kenne für liebe Vereine Begriffen.
00:32:29: Das finde ich ein ganz schönes Statement!
00:32:33: Ja, das ist auch... Also ich habe nicht das Gefühl aktuell dass sich in einer Kampfhaltung bin.
00:32:39: Ich fühle mich nicht in der Aktuellhaltung oder Kampfhaltungen aber ich hab's schon bewusst gewählt den Begriff weil es so emotional wahrgenommen werden kann.
00:32:50: also ich hasse das Wort So und So oder Es ist alles irgendwie ganz schlimm am Sich entwickeln.
00:32:57: Ich beobachte das auch mit einer relativen Gelassenheit.
00:33:00: Also es ist einfach normal und wenn wir von so was sprechen wie Trends, dann sprechen wir vor allem von Trends die auf medialen Ebenen stattfinden.
00:33:10: bis sowas in der Praxis oder in der Diagnostik ankommt dauert es ja immer.
00:33:14: Wir sehen dass in den Diagnosemannualen in denen es um Diagnosen geht also um Klassifizierung von Symptomen die dann zu Syndromen oder sogenannten Krankheiten zusammengefasst werden Das dauert immer Jahrzehnt mindestens mal fünf Jahre oder ein Jahrzehnt bis überhaupt über eine Umformulierung wirklich gesprochen wird.
00:33:32: Das heißt, dass wir als schnelllebige Entwicklungen erfahren das jetzt gerade alle über Trauma reden und dass der Büchermarkt in der populär Wissenschaft geflutet wird auch mit Übersetzungen aus englischsprachigen Ländern.
00:33:49: Der Dreck unterm Fingernagel in Bezug auf unsere gesellschaftliche und auch gesundheitliche gesundheitspolitische Entwicklung.
00:33:57: Und ich finde darin sogar Positives, weil dieser Trend oder solche Trends spiegeln ja auch Bedürfnisse und Erlebensrealitäten von Menschen wieder die nicht genug gehört werden in der Praxis von medizinischen Fachkräften, die nicht genug gehört werden genug gehört werden in einer Öffentlichkeit, die darauf reagieren müsste.
00:34:21: Und das heißt dass da etwas zum Trend wird ist ja auch ein Signal was dann vielleicht bewirken kann, dass etwas an den entsprechenden Stellen irgendwann mal ankommt und ernster genommen wird.
00:34:31: also es ist glaube ich ganz hilfreich gerade für diejenigen die auch an den Stellen sind wissen zu vermitteln und für etwas zu stehen sich nicht verrückt machen zu lassen sich klar zu machen, es ist okay wenn jetzt der Coach XY sagt ich bin der Traumasensibel oder ich bin ein ADHS Coach oder ich habe jetzt erkannt.
00:34:52: Ich habe auch eine neue Divergent.
00:34:54: Es ist ok Leute werden sich in Dingen wieder erkennen dann werden sie bemerken ob es hilft was Sie darin wiedererkennen und werden sie dabei bleiben oder wieder davon wegkommen.
00:35:03: Und wir beobachten Bewegungen die unterm Strich hoffentlich zu etwas führen Was wir dann letztlich sehen können als Menschen werden besser gesehen Bedürfnisse werden eher wahrgenommen und man kann vielleicht dann auch mehr Hilfsangebote finden, die wirklich passen.
00:35:19: Wäre zumindest meine optimistische Vision!
00:35:22: Ja, ist auch sehr schön.
00:35:24: Optimismus ist eine sehr resilienzstärkende Haltung.
00:35:28: Ja,
00:35:29: finde ich auch.
00:35:32: Können wir vielleicht wenn du gerade das Thema ADHS ausgegriffen hast, gibt es deine persönliche Sicht dazu?
00:35:42: aus psychotraumatologie betrachtet könnte ja auch einfach eine folge von bindungstrauma sein beziehungsweise es gibt oft überschneidungen.
00:35:51: wie siehst du da, wenn du das gerade angesprochen hast menschen erkennen die sind neurodivergent oder adhs.
00:35:58: was ist deine persönliche sicht dazu?
00:36:02: Meine persönliche Sicht ist die, dass ich mir darüber sehr bewusst bin, dass sich weder im Bereich ADHS oder all die dazumöhrigen Phänomene und auch in Bezug auf Autismus keine Weiterbildungskompetenz habe.
00:36:13: Ich bin da keine Fachfrau deswegen mich immer nur beziehen kann auf ein ganz schmales bisschen Wissen was ich in Bezugs auf Trauma dazu habe.
00:36:22: also das ist zum Beispiel etwas wo ich ganz klar sage nicht meine Kompetenz.
00:36:26: deswegen kann ich dazu nichts Valides sagen was man sagen kann und das ist meine persönliche Beobachtung.
00:36:32: Das ist ja auch wissenschaftlich bekannt, aktuell wissenschaftlicher Stand dass es über Schneidungen gibt viele Überschneidungen im Symptomspektrum von Trauma Folgen vor allem der komplexen posttraumatischen Belastungsstörung und Phänomen von ADHS oder auch Autismus Spektrum Störungen.
00:36:51: Und deswegen ist mein persönlicher Wunsch der wird alle Diagnostiker, also Menschen mit Teilberufen die auch Diagnosen stellen.
00:37:01: Dass wir versuchen interdisziplinärer zu arbeiten und dass man wenn man eine Autismusdiagnostik macht auch eine Traumadiagnostika macht um eben sehen zu können hat jemand Leusenflöhe gleichzeitig?
00:37:12: oder handelt es sich nur im Leuse?
00:37:13: Oder nur im Flöhe oder um Keins von Beidem weil es ja letztlich immer darum geht das wir rausfinden wollen.
00:37:20: nicht was hat ein Mensch sondern was braucht er, um damit leben zu können und da mit in Veränderungsprozesse zu kommen oder halt ein Stück Selbstwirksamkeit erleben zu können.
00:37:32: Und nur dafür sollen Diagnosen dienen und nicht darum zu sagen es gibt das eine nicht oder nur das andere oder wie auch immer.
00:37:41: Und was man auch wissenschaftlich aktuell weiß, was der aktuelle Stand ist, dass es keine Kausalität gibt.
00:37:47: Es gibt keinen Hinweis darauf, das Trauma eine Voraussetzung für ADHS.
00:37:53: Man geht aktuell davon aus, dass ADHS und ADS-Angeborene sozusagen Voraussetzungen bringt.
00:38:02: Das Trauma dann etwas ist, was häufig Komorbiet dazukommt, weil man mit gewissen Vorbelastung natürlich noch anfälliger ist, noch verletzlicher ist für Traumatisierung.
00:38:12: Das gilt auch für alle Menschen mit jeder Art von Einschränkungen oder eben Besonderheit.
00:38:22: Sobald sie verletzlicher sind, ist die Wahrscheinlichkeit Trauma zu erfahren einfach höher und dann haben wir natürlich auch von beiden Symptomen später wieder.
00:38:29: Ja das ist immer die Frage was war zuerst da?
00:38:34: Da finde ich es ehrlich gesagt schön.
00:38:35: Ich hätte mir damals, als ich über Studium GADHS und alles gesprochen habe, hätt ich mir schon einen Berliner König Podcast gewünscht.
00:38:44: Damals war das tatsächlich noch nichts?
00:38:46: Auch nicht im Studium war Trauma... Also muss ich einfach mal sagen Verhaltensstörungen rauf-und runter.
00:38:52: aber das Thema Trauma war sehr in Hintergrund.
00:38:55: Das
00:38:55: ist echt ein Riesenvorteil, den ich sehe
00:38:59: immer
00:38:59: klarer wird, dass Dinge Ursachen haben.
00:39:02: Das Verhaltensweisen-Ursachen haben und wie du nicht gerade schön gesagt hast, es geht nicht immer nur darum was haben Menschen und das brauchen sie.
00:39:09: Und das erfahren wir ja nur wenn wir den guten Grund hinter allem erforschen.
00:39:19: Danke!
00:39:20: Das ist eine sehr schöne persönliche Sicht.
00:39:23: Die teile ich auch.
00:39:28: Ich bin dir sehr dankbar, dass du dir Zeit genommen hast heute So ein Einblick gegeben hast in deine persönliche Erfahrung.
00:39:36: Weißt du, weil ... Du bist, finde ich eine der wenigen ... Ähm ... erfolgreichen Frauen die nicht einen Weg wählen, wo man denkt, hm!
00:39:48: Das fühlt sich jetzt irgendwie nicht mehr stimmig an.
00:39:49: Du bist echt geblieben in all dem.
00:39:52: Und ich glaube das ist etwas was wir in dieser Zeit ganz toll suchen und brauchen echte Menschen auch auf den Bildschirm.
00:39:59: Mhm.
00:40:01: Ja.
00:40:03: Schön Danke für diese deine Wahrnehmung, für das ja was du da spiegelst oder was du siehst.
00:40:09: Das freut mich.
00:40:11: Gibt es noch etwas was du abschließend sagen möchtest heute?
00:40:15: Ja vielleicht nochmal eine kleine Affirmation von dem worüber wir schon gesprochen haben.
00:40:22: also Es ist so schade.
00:40:25: es wäre sehr schade wenn wir solche Attribute wie Freundlichkeit und Achtsamkeit wenn wir die verwechseln würden mit solchen Dingen wie Unterwerfungsreaktionen und People-Pleasing.
00:40:41: Also, wenn ich als Therapeutin oder als spiritueller Mensch oder was auch immer versuche durch Freundlichkeit und Achtsamkeit Konflikte zu vermeiden, Reaktionen in einem anderen nicht hervorzurufen dann ist das Nichtfreundlichkeit und dann ist es nicht Achtsammkeit sondern ein hochangepasstes Verhalten was eine unbewusste oder bewusste Absicht verfolgt, nämlich etwas unter dem Deckel zu halten.
00:41:05: Und es ist wichtig dass wir versuchen rauszufinden für uns persönlich und auch im Kontakt mit anderen wozu dient gerade ein Verhalten?
00:41:15: ja und echte Freundlichkeit und echter Achtsamkeit ist niemals fehl am platze.
00:41:22: herrte und Konfrontation, Provokation, harte Abgrenzung.
00:41:29: Die sind einfach in den allerselten Fällen hilfreich weil sie unser Nervensystem in Stress versetzen, weil sie zur Abwehrreaktion führen, weil wir damit eher in die destruktiven Kreisläufe wieder hineingeraten.
00:41:40: Und das mag ich auch so gerne nochmal ans Ende stellen, weil es geht nicht darum oder es geht sehr darum besser gesagt zu differenzieren Und aufgrund von irgendwelchen Missverständnissen nicht die guten Werte und das, was wir kultivieren wollen über Bord zu werfen.
00:41:59: Wir müssen uns jetzt mal ein bisschen mehr Klartext an den Kopf schmeißen oder ein bisschen weniger rücksichtsvoll sein.
00:42:04: Da würde dann etwas verwechselt und es würde uns was Wesentliches verloren gehen, was we brauchen um Traumerkreisläufe zu durchbrechen, um mehr in Ventralvagale also in Sicherheits- und Regulierungsorientierte und organisierte zwischenmenschliche Interaktion zu kommen.
00:42:22: Also das vielleicht zum Schluss Freundlichkeiten, Achtsamkeit die Schaden nie.
00:42:30: Vielleicht wenn man so ein bisschen in so einer Reaktanz stecken bleibt?
00:42:34: Ja genau!
00:42:36: Oder wenn man bitter wird uns einem irgendwie stinkt dann kann es sein dass man so urteilt quasi.
00:42:46: Danke sehr schöner wie meinen Dank.
00:42:49: Danke dir, liebe
00:42:50: Mariette.
00:42:51: Ja!
00:42:52: Ich wünsche dir einen wunderschönen sonnigen Wahnhöllen-Tag.
00:42:55: Den wünsch ich dir auch und allen die zuhören
00:42:58: Vielen Dank, dass du dabei warst
00:43:00: So gern.
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